Ratgeber
ROI der automatisierten Auftragsverarbeitung berechnen: eine einfache Formel
Kurz gesagt: Multiplizieren Sie Aufträge pro Monat × Minuten pro Auftrag × Vollkosten pro Minute. Das ergibt Ihre monatlichen Erfassungskosten. Eine Automatisierung, die 80 % davon einspart, amortisiert sich bei typischen Mittelstandsvolumen in 3 bis 6 Monaten.
Was kostet die manuelle Auftragserfassung?
Die manuelle Erfassung kostet Aufträge × Bearbeitungszeit × Personalkosten. Eine einfache Monatsformel:
Monatskosten = Aufträge/Monat × Minuten/Auftrag × (Vollkosten/Stunde ÷ 60)
Als Vollkosten gelten Bruttolohn plus Lohnnebenkosten und Gemeinkosten – im Innendienst oft 45–60 € pro Stunde.
Rechenbeispiel
Ein Großhändler mit 150 Aufträgen pro Tag (≈ 3.150/Monat), 8 Minuten pro Auftrag und 50 € Vollkosten je Stunde:
- 3.150 × 8 Min. = 25.200 Minuten = 420 Stunden/Monat
- 420 × 50 € = 21.000 € pro Monat reine Erfassungskosten
Bei 80 % Automatisierung bleiben rund 4.200 €/Monat für die verbleibende Ausnahmebehandlung – eine Ersparnis von etwa 16.800 € pro Monat.
Wann amortisiert sich die Automatisierung?
Die Amortisation ergibt sich aus Projektkosten ÷ monatliche Ersparnis. Im Beispiel:
34.000 € Sprint ÷ 16.800 € Ersparnis ≈ 2 Monate bis zur Amortisation
Auch mit konservativeren Annahmen (geringeres Volumen, niedrigere Automatisierungsquote) liegt der Payback meist im Bereich von 3 bis 6 Monaten.
Welche Kosten werden oft vergessen?
Reine Zeitersparnis ist nur ein Teil. Hinzu kommen:
- Fehlerkosten: 1–3 % Tippfehler verursachen Reklamationen, Gutschriften und Nacharbeit.
- Skonto-Verluste durch langsame Belegfreigabe.
- Opportunitätskosten: qualifizierte Mitarbeitende, die statt Routine wertvollere Arbeit leisten könnten.
- Skalierungsgrenze: mehr Aufträge erfordern sonst mehr Personal.
Wie komme ich zu belastbaren Zahlen?
Die Formel liefert eine erste Hausnummer. Schneller geht es mit dem ROI-Rechner: Eckdaten einstellen, Richtwert ablesen. Belastbar wird die Zahl mit Ihren echten Daten: Auftragsvolumen, durchschnittliche Bearbeitungszeit, Fehlerquote. Genau das ist Inhalt der KI-Potenzialanalyse – am Ende steht eine Einsparrechnung in Euro und Stunden statt einer Schätzung.